07
Dez

Crysis Test

Crysis Logo

Crysis war wohl das meist erwartete Spiel diesen Jahres – zumindestens für Computerspieler. Eine Konsolenumsetzung wäre zwar möglich, scheint derzeit aber noch nicht sehr wahrscheinlich zu sein.
Entwickler CryTek, die im Jahre 2004 mit ihrem Erstlingswerk FarCry international erfolgreich waren, haben sich nach nicht weiter bekannten Differenzen mit Publisher Ubisoft von jenem Publisher getrennt. Die Rechte an dem Namen “FarCry” lag bei Ubisoft und Ubisoft hat drei Konsolenableger programmiert, die allesamt gehobener Durchschnitt waren. Derzeit arbeitet Ubisoft an einem FarCry 2, das nur noch wenig mit dem Vorgänger gemeinsam hat. Die paradisischen Insel wiechen der afrikanischen Savanne. Seit der Trennung mit Ubisoft hat CryTek in Zusammenarbeit mit Electronic Arts an dem Shooter Crysis gearbeitet, der, so behaupten böse Zungen, nichts weiter ist als ein FarCry mit auspolierter Grafik-Engine und Aliens statt Mutanten. Doch Crysis ist mehr. Klar, Crysis spielt sich, wenn man den Nano-Suit ignoriert, fast wie FarCry, doch warum sollte man nicht Altbewährtes nutzen? Crysis macht in jedem Fall eine Menge Spaß und übertrifft FarCry um Längen. Doch nun etwas zur Story.

CrysisCrysis
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Sie spielen Nomad, ein Elite-Soldat, der mit einer Hand voll Kollegen auf einer Insel abgesetzt wird. Alle Charaktere, die mit ihnen aus dem Flugzeug springen, haben einen Nano-Suit, der Ihnen auf den Streifzügen auf der Insel noch das eine oder andere Mal den Hintern retten wird. Sie – und auch Ihre Kollegen – wissen dabei nicht, worum es sich handelt. Sie wissen nur, dass Koreaner auf der Insel irgendetwas tun, das verdeckt bleiben soll. Später im Spiel erfahren Sie, dass die amerikanische Regierung dachte, dass dort Bombenversuche stattfanden, doch weit gefehlt. Statt “harmlosen” Bombentests finden Sie schnell heraus, dass sich etwas auf der Insel befindet, dass schon viele Koreaner und auch einige Ihrer Kollegen auf dem Gewissen hat.

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Doch nun wieder zum Anfang: Bei Ihrem Absprung aus dem Flugzeug gibt es, nun ja, “Probleme” mit Ihrem Fallschirm und Sie fallen im freien Fall, weit entfernt von Ihren Kollegen, ins Wasser. Ihr Anzug, der Nano-Suit, meldet Fehlfunktionen, doch das Problem wird schnell gelöst. Nun sind Sie auf dem Weg zu Ihren Kollegen und müssen sich gegen drei Koreaner in der Dunkelheit anlegen. Dank Ihres Nano-Suits haben Sie klar die stärkeren Argumente. Mit einem Ihrer Kollegen finden Sie dann die Leiche eines Kollegen und einiger Koreaner. Spätestens nun müsste klar sein, dass hier mehr passiert als nur Bombenversuche, denn die Leichen sind verstümmelt. – Crysis richtet sich klar an Erwachsene.

Den ersten Level, können Sie auch in der 1.77 Gigabyte großen Crysis Singleplayer Demo spielen, das auf HeavyGaming.de bereits ein Review spendiert bekam.
Am Ende des ersten Levels begegnen Sie zudem zum ersten Mal einem der Kreaturen, über die Sie später im Spiel und auch hier im Review noch etwas mehr erfahren.

 In den kommenden Levels begegnen Sie nur Koreanern, einen Alien sehen Sie höchstens an geskripteten Stellen vorbeifliegen. Ein Eingreifen oder sogar Eliminieren der Wesen ist nicht möglich. Diese Entscheidung ist gut, denn die Feuergefechte mit den Koreanern sind wesentlich spannender als die Gefechte im späteren Spielverlauf mit Aliens. Die künstliche Intelligenz der Gegner sucht seines Gleichen. Sie umkreisen den Spieler, verstecken sich und greifen aus dem Hinterhalt an. Auf höheren Schwierigkeitsgraden treffen sie zudem erstaunlich gut. KI-Patzer können jedoch hin und wieder vorkommen. Das Gameplay gegen die gegnerischen Soldaten ist dabei spaßig, nicht zuletzt aufgrund des Nano-Suits, der Ihnen übermenschliche Fähigkeiten zur Verfügung stellt. Sie können kurz sehr schnell sprinten und sind dabei sogar schneller als ein Auto, Sie können Ihre Kraft verstärken und härter schlagen, weiter werfen etc., Ihr Anzug kann auch als schusssichere Weste dienen und Sie, bis die Energie aufgebraucht ist, vor allen Kugeln schützen. Die letzte Funktion werden Sie wohl sehr häufig verwenden: Kurze Unsichtbarkeit, die beim Anschleichen an Gegner sehr nützlich ist.

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Nach einigen sehr spaßigen Levels folgt das erste Highlight: Bei Nacht werden Sie aus einem Senkrechtstarter ausgeladen und die Raketen um Sie herum explodieren, Schüsse werden in die Luft abgefeuert, Flugzeuge stürzen ab und explodieren direkt neben Ihnen. Diese Szene ist so gut inszeniert, dass man denken könnte ein Spiel aus der Call of Duty Reihe vor sich zu haben.
Später kommen Sie an einem Hafen an und sollen einen Kahn versenken. Dies stellt sich als besonders heikel an, da der gesamte Hafen in der Hand der Koreaner liegt und dort Massen an Gegner auf Sie wartet. Nachdem alle Koreaner den Finger vom Abzug entfernt haben (kurz gesagt: nachdem Sie alle erschossen haben), müssen Sie mit Ihrem Fernglas (Taste: B) das Schiff markieren und können dann zuschauen wie ein Tornado Flugzeug Bomben über jenem abwirft. Nach einigen schicken Explosionen sinkt der Kahn endlich und Sie können in Richtung des nächsten Levels spazieren.

CrysisCrysis
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In jenem Level steigen Sie hinter das Steuer eines Panzers. Diese Mission könnte ein wenig frustrieren, da der Panzer schnell in die Luft fliegt, wenn man nicht aufpasst. Ein hin und wieder Aussteigen ist unvermeidbar. Im gleichen Level können Sie zudem beobachten wie der größte Berg auf der Insel zerbrökelt. Noch fallen nur große Teiler herunter, doch später wird etwas sichtbar, dass man vielleicht mit Zitadelle umschreiben kann.

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Nach einem ungewollten Treffen mit General Kyong, müssen sie unfreiwillig in die “Zitadelle” hineinspazieren. In dem Level “Core” passiert zwar nicht allzu viel, doch die Schwerelosigkeit und die eigenartige Architektur der Aliens lassen Münder offen stehen.

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Im Laufe des Levels begegnen dem Spieler kleinere Aliens, die es zu töten gilt. Als Sie den Ausgang finden, setzt eine Druckwelle einen großen Teil der Insel in eine Schneehülle. Ab diesem Zeitpunkt kämpfen Sie ausschließlich gegen Aliens. Die Koreaner sind alle vereist. Da kann man nur hoffen, dass die Nachfolger Crysis 2 und Crysis 3 wieder Koreaner beinhalten werden, denn die Kämpfe gegen jene Asiaten macht einen Tick mehr Spaß. Nach etwa ein bis zwei Spielstunden legen Sie, mehr oder weniger freiwillig, selbst Hand an einen Senkrechtstarter und zerlegen einige größere fliegende Aliens in ihre Einzelteile. Anschließend fliegen Sie zum Flugzeugträger, der vor der Küste auf Sie wartet. Das dortige Finale ist zwar wunderbar inszeniert, kommt jedoch sehr abprubt und lässt ein sehnsüchtiges Erwarten des Nachfolgers zurück.

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Grafisch ist Crysis mit großem Abstand die neue Referenz. Valve’s Source-Engine, Epic Games’ Unreal Engine 3 und auch Call of Duty 4 unterliegen dem Schwergewicht Crysis. Kein anderes Spiel bietet auf höchsten Details eine so hübsche Grafik wie Crysis.

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Jedes einzelne Blatt einer Pflanze, jeder Grashalm, jede einzige Welle am Strand sind einzigartig animiert und reagieren auf Beschuss. Sogar Tiere wie Krebse, Schildkröten oder Vögel begegnet man am Strand. Hühner findet man in Lagern der Koreaner, im Dschungel hüpfen Frösche herum. Alle laufen vor dem Spieler weg und geben ihm somit den Eindruck in ihren Lebensraum eingedrungen zu sein. Greift man ein Tier und hat es in der Hand, kann man es durch die Luft werfen. Ein stimmiges Gesamtbild. Dynamische Beleuchtung und High Dynamic Rage Rendering geben dem Bild noch die perfekt Beleuchtung. Sonnenstrahlen schimmern durch Palmenblätter, jedes Blatt wirft seinen eigenen Schatten. Palmen sind durch Beschuss fällbar, Blätter bewegen sich nach Beschuss oder Berührung durch den Spieler oder anderen Charakteren. Explosionen sahen noch nie so schön aus.

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Doch die Grafik hat auch ihren Preis: Ist man nicht im Besitz eines absoluten High-End Systems, wird man sich mit mittleren oder niedrigen Details zufrieden geben müssen. Sogar aktuelle High-End Hardware sind mit Crysis überfordert und liefern nie mehr als 30 FPS auf höchsten Details unter DirectX 10. Apropos DirectX 10: Der Vorteil durch DirectX 10 besteht lediglich darin, dass man im Optionsmenü “Höchste Details” anwählen kann. Zwischen hohen und den höchstens Details besteht kein sehr großer Unterschied, doch das Maximum sieht noch etwas hübscher aus und gibt einem das Gefühl das wohl schönste Spiel aller Zeit spielen zu können. Und genau dies ist Crysis: Das wohl schönste Spiel aller Zeiten!
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass eine ATI Radeon HD2900XT in Kombination mit einem AMD Athlon 64 X2 6000+, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und Windows Vista x86 in manchen Levels sogar mit hohen Details überfordert ist. Das permanente Switchen zwischen mittleren und hohen Details ist vorprogrammiert. Höchste Details enden leider in einer Diashow. Aber dennoch sieht Crysis sehr hübsch aus.

CrysisCrysis
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Fazit: Wegweisender Ego-Shooter aus deutschem Lande mit der besten Grafik, die anno 2007 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Inselsetting ist gelungen, der Nano-Suit ist sehr praktisch und die Story hat zwar einen B-Movie-Charme, ist aber spannend inszeniert. Neue Referenz!

 Wertung Singleplayer: 94%
Grafik: 97%
Atmosphäre: 93%
Gameplay: 93%
+ Wegweisende Optik
+ Nano-Suit
+ Packende Feuergefechte
+ Hervorragende künstliche Intelligenz
+ Unterschiedliche Szenarien auf einer Insel
- Seltene Patzer der KI
- Abprubtes Ende
- Abartige Hardwareanforderung

Weitere Informationen zu Crysis:
Altersempfehlung: USK 18, ESRB Mature 17+
Zensuren: Die deutsche Version ist inhaltsgleich mit der internationalen Version, Ragdoll in allen Versionen nicht vorhanden.
Offizielle Systemvorrausetzungen:
Minimum:
2,8 GHz CPU (XP) / 3,2 GHz CPU (Vista)
1 GB-RAM (XP) / 1,5 GB-RAM (Vista)
Grafikkarte mit 256 MB + Shader-Modell-3-Unterstützung
12 GB HDD
Empfohlen:
Athlon X2 4400+ / Core 2 Duo (2,2 GHz)
2 GB-RAM
GeForce 8800 GTS oder besser
12 GB HDD


Posted by FireflySt1 ADD COMMENTS

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