Jun
Turok (2008) Test


Turok ist eine Shooter-Serie, die schon seit über einem Jahrzehnt fortgesetzt wird. Der erste Teil “Turok: Dinosaur Hunter” erschien bereits im Jahre 1996 und war damals zurecht eins der bekanntesten Spiele! “Turok 2: Seeds of Evil” legte zwei Jahre später nach und war wie der Vorgänger in Deutschland massiv zensiert, um einer Indizierung zu entgehen. Ureinwohner wurden durch Roboter ersetzt. “Turok: Legenden des Verlorenen Landes” (1999) und “Turok 3: Shadow of Oblivion” (2000) wurden weitaus weniger Beachtung geschenkt, während “Turok Evolution” (2002) aus Spielersicht wohl den Tiefpunkt der Serie darstellte.


Nach Evolution wurde es still um Turok, doch Anfang 2007 wurde “Turok” angekündigt. Der minimale Titel mag vielleicht einige Verwirrung hervorrufen, nicht nur wegen der leichten Verwechselbarkeit zwischen dem neuen Turok und dem ersten Teil, nein, auch wegen der Story, die mit den ursprünglichen Turok-Spielen nur noch wenig gemeinsam hat. Dinosaurier sind zwar weiterhin enthalten – wäre auch schlimm wenn nicht – , aber Turok ist nun ein Soldat in einem Raumschiff, das über einen Planeten abstürtzt, auf dem sich nicht nur Kane, der Führer des “Wolfrudels” aufhält, sondern auch Dinosaurier, die ihnen das Leben erschweren, falls sie denn fleischfressende Kreaturen sind. Turok war selbst mal Mitglied des “Wolfrudels”, doch er verließ es aus Gründen, die im Spielverlauf durch Flashbacks erzählt werden. Aus diesem Grund sind alle Charaktere auch sehr misstrauisch gegenüber Turok und vermuten, dass er an allem Schuld ist und auch permanent dafür verantwortlich ist, dass immer mehr von Ihnen sterben.




Entwickelt wurde Turok nicht wie die ersten Teile von Acclaim, sondern von den euen Entwicklern Propaganda Games, die mit Turok im Februar 2008 ihr Erstlingswerk auf XBox 360 und PlayStation 3 abgeliefert haben. Auf den PC wurde Turok von Aspyr Media portiert und im Mai 2008 veröffentlicht. Aspyr Media hat sich als Portierungsentwickler bereits etabliert, denn zu ihren Werken gehören unter anderem die PC-Versionen von einigen Tony Hawk Titeln, sowie Guitar Hero III. Für den Mac haben sie noch eine Reihe weiterer bekannter Titel umgesetzt, darunter fallen auch Doom 3, Call of Duty 1 und 2. Eine Liste mit allen Portierungen finden Sie auf Wikipedia.




Doch nun zum Spiel selbst:
Turok hat ein Gameplay, das mit einer Ballerorgie vergleichbar ist. Zwar ist es keinesfalls in einer Liga mit Serious Sam oder Painkiller, aber dennoch ist Taktik in Turok ein Fremdwort. Lediglich gelegentliche Schleichpassagen, in denen Sie möglichst unauffällig und leise Gegner ins Jenseits befördern sollen, sind eine gelungene Abwechslung. Falls Sie dennoch auffliegen, wird die Ballerorgie halt fortgeführt.


Grafisch ist Turok auf den ersten Blick enttäuschend. Trotz der Unreal Engine 3, die in Turok zum Einsatz kommt, wirken Texturen vorallem am Anfang im Raumschiff detailarm und verschwommen. Das geht besser! Modells, sowohl von Charakteren als auch von den Dinosauriern, sind hingegen sehr gut gelungen. Die Animationen der Dinosaurier sind in Turok grandios und positiv hervorzuheben! Zwar gibt es im Shooter-Genre kein weiteres aktuelles Spiel mit den prähistorischen Kreaturen, mit dem man Turok vergleichen könnte, doch Turok im Bereich der Animation das Wasser zu reichen, dürfte sich als äußert schwierig erweisen. Im Laufe der Zeit kann man über die verwaschenen Texturen und die zweidimensionalen Gräser hinwegsehen. Ein leichter unangenehmer Beigeschmackt bleibt aufgrund der zwiespältigen Grafik dennoch.


Das Thema Gewalt wird in Turok in normalen Gefechten zwar nicht überaus groß geschrieben, doch sobald man zum Messer greift, spritzen Blutfontänen aus Ihren Gegner. Die intensivsten Gefechte bekommen Sie zu Gesicht, indem Sie mit dem Messer einen Raptor oder einen anderen Dinosaurier attackieren. Dabei springt die Kamera in die Verfolgerperspektive und sie verlieren für kurze Zeit die Kontrolle über die Figur und können der brutalen Animation zusehen. Aufgeschlitze Kehlen sind hier an der Tagesordnung. Erstaunlich ist dabei, dass die deutsche Version in keinerlei Hinsicht gekürzt wurde. Die USK vergab dennoch keine Jugendfreigabe und Turok ist somit nur für erwachsene Spieler geeignet. Bereits im November war bekannt, dass Turok in Deutschland ungeschnitten erscheint. Die Brutalität bei einem Messerangriff bei menschlichen Gegner ist stark zurückgeschraubt. Zwar sticht Turok auch hier ohne Gnade mit seinem Messer, aber rote Pixelsuppe wird dabei nicht verwendet.




Werkzeug bzw. Waffen stehen Ihnen in Turok genügend zur Verfügung. Pistole, Maschinenpistole, Shotgun, Maschinengewehr, Minigun, Flammenwerfer, Scharfschützengewehr und diverse andere Waffen. Sie können zwar nur zwei Utensilien, abgesehen vom Messer und Bogen, gleichzeitig tragen, doch kleinere Waffen wie Maschinenpistole oder Shotgun können Sie auch doppelt in jeweils einer Hand eine Waffe verwenden. Dabei ist man nicht auf den gleichen Waffentyp angewiesen, also kann man auch in der einen Hand eine Pistole und in der anderen Hand eine Shotgun halten. Dabei steht allerdings die Zoomfunktion der Waffen nicht mehr zur Verfügung, da die rechte Maustaste durch die zweite Waffe ersetzt wurde.


Die Steuerung in Turok ist die eines ganz normalen Shooters. Die WASD-Steuerung sollte jedem, der schon mal Shooter gespielt hat, butterweich von den Fingern gehen. Eine etwas merkwürdige Lösung ist allerdings die Verwendung von Granaten und Alternativmunition, das größte Problem dabei ist jedoch, dass man darüber nirgends etwas erfährt – nicht einmal in den Steuerungsoptionen des Spiels. Falls Sie nämlich das Bedürfnis haben einen Gegner mit einer Granate ins Jenseits zu schicken, müssen sie die Umschalt- bzw. Shift-Taste gedrückt halten und mit der rechten Maustaste werfen. Munitionswechsel vollzieht man ebenfalls mit gedrückter Umschalt- bzw. Shift-Taste und einem Betätigen der linken Maustaste. Eine ungewöhnliche Lösung, aber wenn man denn weiß wie sie funktioniert, leicht zu benutzen.
Medipacks gibt es auch in Turok nicht, auch in diesem Spiel wird das System genutzt, dass im Jahr 2005 Call of Duty 2 als erstes Spiel eingeführt hat: Es gibt keine Lebensanzeige, auch keine Medipacks, stattdessen erholt sich die Spielfigur nach kurzer Zeit von selbst, solange er in dieser Zeit nicht nochmal verletzt wird.


Insgesamt mach Turok eine Menge Spaß, auch wenn es oftmals zur simplen Ballerorgie verkommt. Die Atmosphäre ist aufgrund der Dinosaurier und trotz der 08/15-Story durchaus gelungen. Endlich wieder ein Spiel mit dem alten Turok-Feeling!




Wertung Singleplayer: 83%
Grafik: 81%
Atmosphäre: 85%
Gameplay: 82%
+ Dinosaurier und Bogen lassen altes Turok-Feeling aufkommen
+ Animationen und gute Unreal Engine 3
+ Abwechslungsreiche Dschungelabschnitte
+ Turok macht eine Menge Spaß, obwohl…
- ..es oft zur simplen Ballerorgie verkommt
- 08/15 Story
- Teils verschwommene Texturen
- Verwendung der Granaten und Alternativmunition
Wertung Multiplayer: Nicht getestet.
Weitere Informationen zu Turok:
Altersempfehlung: USK 18, ESRB Mature 17+
Zensuren: Die deutsche Version ist inhaltsgleich mit der internationalen Version.
Offizielle Systemvorrausetzungen:
Minimale Systemanforderungen
Empfohlene Systemanforderungen

